Trading-Glossar

Trading-Begriffe kurz erklärt. Die Beispiele helfen dir, die Angaben im Journal und Dashboard zu lesen.

23 Begriffe · alphabetisch sortiert

Aussagesicherheit / Konfidenz

Die Aussagesicherheit beschreibt, wie belastbar eine Auswertung ist. Dafür zählen vergleichbare Trades, die Datenqualität und die Streuung der Ergebnisse. BAPAs angezeigter Wert ist eine vereinfachte Einschätzung aus der Anzahl der Vergleichstrades und den verfügbaren Kennzahlen, kein statistisches Konfidenzniveau. Viele Trades allein reichen nicht: Andere Marktbedingungen oder eine geänderte Strategie können den Vergleich verzerren. Der Wert sagt nicht voraus, ob dein nächster Trade gewinnt.

Beispiel: 50 Trades mit demselben Setup bieten mehr Vergleichsdaten als 5. Hast du inzwischen die Strategie geändert, passen die älteren Trades möglicherweise nicht mehr zum Vergleich.

BAPA

BAPA analysiert deine dokumentierten Trades auf wiederkehrende Muster und mögliche Verhaltensauffälligkeiten. Dazu gehören Positionsgrößen, Haltedauer und Folge-Trades nach Gewinnen oder Verlusten. Die Hinweise zeigen, was in den Daten auffällt; sie erklären nicht sicher, warum du so gehandelt hast. Prüfe sie mit deinem Tradingplan und deinen Notizen.

Beispiel: Du steigst kurz nach einem Verlust erneut ein und handelst eine deutlich größere Position. BAPA kann diese Folge markieren, damit du die betroffenen Trades prüfen kannst.

Baseline / Vergleichswert

BAPA bildet Vergleichswerte aus deinen bisherigen Trades. Je nach Datenlage stammen sie vom gleichen Setup, aus deiner Gesamthistorie oder aus beidem. „Global“ meint hier deine eigenen Trades über alle Setups hinweg.

Beispiel: Frühere Trades mit diesem Setup waren meist etwa 20 Minuten offen. Ein neuer Trade mit 2 Minuten Haltedauer weicht davon ab.

Break-even

Ein Trade endet Break-even, wenn Gewinn und Verlust bei null liegen. Im Edge-Rechner bezeichnet Break-even die Kombination aus Trefferquote und CRV, bei der das Modell einen Erwartungswert von null ergibt.

Beispiel: Der Ausstieg liegt am Einstiegskurs. Nach Gebühren kann trotzdem ein kleiner Verlust bleiben.

CRV / Risk-Reward

CRV steht für Chance-Risiko-Verhältnis. Es beschreibt vor dem Trade, wie groß dein Ziel im Verhältnis zum Risiko ist. Hier wird Risiko zuerst angegeben: 1:2 bedeutet, dass das geplante Ziel doppelt so groß wie das Risiko ist. Das tatsächlich erzielte Ergebnis steht im R-Multiple.

Beispiel: Long-Einstieg 100, Stop 98, Ziel 104: 2 Kurspunkte Risiko und 4 Kurspunkte Ziel ergeben CRV 1:2.

Drawdown

Drawdown beschreibt den Rückgang vom bisherigen Höchststand bis zu einem späteren Tief. Der maximale Drawdown ist der größte solche Rückgang im betrachteten Zeitraum. Je nach Anzeige wird er als Geldbetrag oder Prozentwert dargestellt.

Beispiel: Die Kurve fällt von 1.000 € auf 800 €: Das sind 200 € bzw. 20% Drawdown.

Entry / Exit

Entry und Exit bezeichnen den Einstieg und Ausstieg. Im Journal erfasst du dafür Kurs und Zeitpunkt. Die Zeit dazwischen ist die Haltedauer.

Beispiel: Einstieg um 09:15, Ausstieg um 09:40: Der Trade war 25 Minuten offen.

Equity / Kontowert

Equity berücksichtigt auch offene Positionen. Der Kontostand (Balance) berücksichtigt abgeschlossene Vorgänge. Die Journal-Kurve „Kontostand nach Trades“ zeigt die gespeicherten Kontostände nach den Trades; sie ist keine Live-Anzeige offener Positionen.

Beispiel: Kontostand 1.000 €, offene Position mit 50 € laufendem Gewinn: Equity 1.050 €.

Erwartungswert (EV)

Der Erwartungswert verbindet Trefferquote und Größe von Gewinnen und Verlusten. Der Edge-Rechner nimmt an, dass ein Verlust 1R beträgt und ein Gewinn dem eingegebenen CRV entspricht. Gebühren und abweichende Ergebnisse können das tatsächliche Ergebnis verändern.

Beispiel: 50% Gewinner mit +2R und 50% Verlierer mit -1R ergeben rechnerisch +0,5R pro Trade vor Kosten.

FOMO

FOMO kann dazu führen, dass du einem Kurs hinterherläufst und außerhalb deiner geplanten Einstiegsbedingungen handelst. Im Journal helfen dir die Einstiegsgründe und deine eigene Bewertung, solche Trades später wiederzufinden.

Beispiel: Der Kurs steigt schnell. Du steigst ohne den geplanten Rücksetzer ein, weil du die Bewegung nicht verpassen willst.

Long / Short

Bei einem Long-Trade erwartest du einen steigenden Kurs. Bei einem Short-Trade erwartest du einen fallenden Kurs. Im Journal ist das die Richtung deines Trades.

Beispiel: Long: Einstieg bei 100, Ausstieg bei 105. Short: Einstieg bei 100, Ausstieg bei 95. Beide Kursbewegungen laufen in die gewünschte Richtung.

Median / Durchschnitt

Der Durchschnitt ist die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Einzelne sehr große oder kleine Werte können ihn stark verändern. Der Median ist der mittlere Wert einer sortierten Datenreihe und reagiert weniger auf solche Ausreißer. Bei einer geraden Anzahl von Werten ist der Median der Durchschnitt der beiden mittleren Werte.

Beispiel: Haltedauern von 2, 3 und 25 Minuten: Median 3 Minuten, Durchschnitt 10 Minuten.

Overtrading

Overtrading heißt, über den eigenen Plan hinaus zu handeln. Eine hohe Anzahl Trades allein reicht für diese Einordnung nicht aus. Entscheidend sind deine Strategie, die verfügbaren Setups und deine festgelegten Limits.

Beispiel: Dein Plan erlaubt 3 Trades am Tag. Du eröffnest einen vierten, obwohl kein geplantes Setup vorliegt.

P&L / Gewinn und Verlust

P&L zeigt das Ergebnis als Geldbetrag. Einzahlungen und Auszahlungen sind Kontobewegungen und zählen nicht zum Trading-Ergebnis. Prüfe beim Import, ob dein Broker Gebühren bereits im P&L berücksichtigt.

Beispiel: Drei Trades mit +30 €, -10 € und +5 € ergeben zusammen +25 € P&L.

Positionsgröße

Die Positionsgröße ist die gehandelte Menge. Die Einheit hängt vom Markt und Broker ab. Zusammen mit Stop-Abstand und Wert pro Kurspunkt bestimmt sie, wie viel Geld du bis zum Stop riskierst.

Beispiel: Bei gleichem Stop-Abstand und demselben Instrument verdoppelt die doppelte Menge das geplante Geldrisiko.

R-Multiple / Ergebnis in R

Das R-Multiple beschreibt das Ergebnis nach dem Trade. Du teilst den Gewinn oder Verlust durch den ursprünglich geplanten Risikobetrag. So lassen sich Ergebnisse von Trades mit unterschiedlichen Risikobeträgen vergleichen.

Beispiel: Ursprüngliches Risiko 50 €, Gewinn 75 €: +1,5R. Bei 25 € Verlust sind es -0,5R.

Revenge Trading

Beim Revenge Trading steht das Zurückholen eines Verlusts im Vordergrund. Schnelle Wiedereinstiege oder größere Positionen nach Verlusten können Hinweise darauf sein. Ob das bei dir der Grund war, lässt sich nur mit deinem Plan und deinen Notizen prüfen.

Beispiel: Nach einem Stop Loss eröffnest du sofort eine größere Position, um den Verlust auszugleichen, obwohl dein Setup noch fehlt.

Risiko / 1R

Das Geldrisiko ist der Betrag, den du bei einem Ausstieg am ursprünglichen Stop verlieren würdest. Dieser Betrag entspricht 1R. Ohne eine nachvollziehbare Risikoangabe kann das Ergebnis nicht verlässlich in R umgerechnet werden.

Beispiel: Du riskierst ursprünglich 50 €. Dann sind 50 € = 1R und 100 € Gewinn = +2R.

Setup

Ein Setup beschreibt, wann du einen Trade eingehen willst. Dazu gehören das Kursmuster und deine Bedingungen für Einstieg, Stop und Ziel. Ein einheitlicher Name hilft dir, ähnliche Trades im Journal zu vergleichen.

Beispiel: Du nennst alle Trades nach einem Rücksetzer an eine Unterstützung „Pullback“. So kannst du diese Trades gemeinsam auswerten.

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen dem angebotenen Kauf- und Verkaufskurs. Er gehört zu den Handelskosten. Im Journal musst du beachten, in welcher Einheit dein Broker ihn liefert.

Beispiel: Bid 100,00 und Ask 100,02: Der Spread beträgt 0,02 Kurseinheiten.

Stop Loss (SL)

Mit einem Stop Loss legst du fest, ab welchem Kurs deine Position geschlossen werden soll, wenn der Markt gegen dich läuft. Für dein ursprüngliches Risiko zählt der erste geplante Stop. Ein später nachgezogener Stop ändert diese Ausgangsbasis nicht. Der tatsächliche Ausführungskurs kann vom Stop-Kurs abweichen.

Beispiel: Long-Einstieg bei 100, ursprünglicher Stop bei 98: Der geplante Stop-Abstand beträgt 2. Du ziehst den Stop später auf 101; das ursprüngliche Risiko bleibt die Basis für den R-Wert.

Take Profit (TP)

Take Profit ist dein geplanter Ausstieg im Gewinn. Zusammen mit Einstieg und ursprünglichem Stop lässt sich daraus das geplante CRV berechnen.

Beispiel: Long-Einstieg bei 100, Take Profit bei 106: Dein Ziel liegt 6 Kurspunkte über dem Einstieg.

Trefferquote / Win Rate

Die Trefferquote zeigt den Anteil der Gewinntrades in der ausgewerteten Auswahl. Sie sagt allein noch nicht, ob dein Trading profitabel ist: Dafür zählt auch die Höhe deiner Gewinne und Verluste.

Beispiel: 6 von 10 Trades enden im Gewinn: Die Trefferquote beträgt 60%.

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